08.03.2019 Genitalverstümmelung ist Menschenrechtsverletzung!

Pressemitteilung

Dortmund, 08.03.2019

Genitalverstümmelung ist Menschenrechtsverletzung!

Anlässlich des Internationalen Frauentages am 8. März weist der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) als Träger u. a. von Beratungsstellen und Einrichtungen für Opfer von Gewalt auf die Situation von beschnittenen Frauen und Mädchen hin, deren Genitalien verstümmelt wurden oder die davon bedroht sind. Weibliche Genitalverstümmelung (auch Female Genital Mutilation – FGM) wird laut UNICEF in 30 Ländern – vornehmlich in Afrika und im Nahen Osten sowie in Asien und Südamerika durchgeführt. Aber auch in Deutschland besteht, trotz eines Verbotes, das Risiko für Mädchen, heimlich an ihren Genitalien beschnitten zu werden. Laut der 2017 veröffentlichten INTEGRA-Studie „Weibliche Genitalverstümmelung in Deutschland“ wird die Zahl betroffener Frauen in Deutschland auf mindestens 47.000 geschätzt. Die geschätzte Zahl der von FGM bedrohten Mädchen in Deutschland unter 18 Jahren variiert zwischen 1.560 und 5.690. FGM wird in den meisten Ländern als schwere Menschenrechtsverletzung rechtlich verurteilt. Die Große Koalition im Deutschen Bundestag hat bekräftigt, in dieser Legislaturperiode verstärkte Maßnahmen gegen weibliche Genitalverstümmelung zu ergreifen. Dies unterstützt der SkF nachdrücklich. Dr. Anke Klaus, Bundesvorsitzende des SkF: „In unseren Beratungsstellen erleben wir immer wieder, welche gravierenden Folgen weibliche Genitalbeschneidung für die Frauen und Mädchen hat – sowohl physisch als auch psychisch. Die Würde und die Unversehrtheit aller Frauen müssen geschützt werden.“

Der SkF unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 40 Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind- Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.

Nadine Mersch, Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.
Agnes-Neuhaus-Str. 5, 44135 Dortmund,
Tel. 0231 557026-25, Fax 0231 557026-60, E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Stellungnahme des Sozialdienstes katholischer Frauen Gesamtverein (SkF) zum Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Information zum Schwangerschaftsabbruch

Ausgangslage
Der § 219a des Strafgesetzbuches (StGB) stellt werbende Handlungen hinsichtlich des Abbruchs einer Schwangerschaft unter Strafe. Bei Personen, die zugunsten eines eigenen Vermögensvorteils handeln, wird die Information darüber, dass sie einen – nach § 218a Absatz 1 bis 3 StGB straffreien – Schwangerschaftsabbruch durchführen als Straftatbestand erfasst, sofern dies öffentlich, in einer Versammlung oder durch das Verbreiten von Schriften geschieht.

Ziel des vorliegenden „Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Information über einen Schwangerschaftsabbruch“ ist die Verbesserung der Information für Frauen, die einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen sowie Rechtssicherheit für Ärztinnen, Ärzte, Krankenhäuser und Einrichtungen, die Schwangerschaftsabbrüche durchführen. Gleichzeitig soll das Werbeverbot für einen Schwangerschaftsabbruch erhalten bleiben, um das Rechtsgut des ungeborenen Lebens zu schützen.

Der Gesetzesentwurf sieht dementsprechend folgende Änderungen vor:

1. Im Strafgesetzbuch (StGB)
„219a (4) Absatz 1 gilt nicht, wenn Ärzte, Krankenhäuser oder Einrichtungen
1. auf die Tatsache hinweisen, dass sie Schwangerschaftsabbrüche unter den Voraussetzungen des § 218a Absatz 1 bis 3 vornehmen, oder
2. auf Informationen einer insoweit zuständigen Bundes- oder Landesbehörde, einer Beratungsstelle nach dem Schwangerschaftskonfliktgesetz oder einer Ärztekammer über einen Schwangerschaftsabbruch hinweisen.“

2. Im Schwangerschaftskonfliktgesetz
„§ 13 (3) Die Bundesärztekammer führt eine Liste der Ärztinnen und Ärzte nach Absatz 4 sowie der Krankenhäuser und Einrichtungen, die ihr mitgeteilt haben, dass sie Schwangerschaftsabbrüche unter den Voraussetzungen des § 218a Absatz 1 bis 3 des Strafgesetzbuches durchführen. Die Liste enthält auch Angaben über die jeweils angewendeten Methoden zur Durchführung eines Schwangerschaftsabbruchs. Die Bundesärztekammer aktualisiert die Liste monatlich, veröffentlicht sie im Internet und stellt sie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dem Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben und den Ländern zur Verfügung.“

Und neu
„§ 13a Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch:
(1) Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung veröffentlicht die von der Bundesärztekammer nach § 13 Absatz 3 geführte Liste und weitere Informationen über einen Schwangerschaftsabbruch, der unter den Voraussetzungen des § 218a Absatz 1 bis 3 des Strafgesetzbuches vorgenommen wird.
(2) Der bundesweite zentrale Notruf nach § 1 Absatz 5 Satz 1 erteilt Auskunft über die in der Liste nach § 13 Absatz 3 enthaltenen Angaben.“

Bewertung
Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) als Träger von bundesweit mehr als 100 Schwangerschaftsberatungsstellen engagiert sich seit über 120 Jahren für Frauen, die sich in Not und Krisensituationen befinden. Dabei setzt sich der SkF entschieden für die Stärkung, Begleitung und Beratung der Frauen bei ihren jeweiligen Lebensentscheidungen und für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Frauen und ihre Kinder ein. Die Entwicklung der Schwangerschaftsberatung zielte von Anfang an auf die gesellschaftliche Mitverantwortung für eine einzigartige Situation, in der eine Frau und ihr ungeborenes Kind existenziell miteinander verbunden sind. Der 1995 hart errungene Kompromiss, die sogenannte Beratungsregelung zum Schutz des ungeborenen Lebens, ist der Garant für die Unterstützung aller Beteiligten im existenziellen Schwangerschaftskonflikt. Damit ist es in Deutschland gelungen, eine Individualisierung des Schwangerschaftskonfliktes zu verhindern und die Gesellschaft mit in die Verantwortung zu nehmen.

Der nach langen politischen, gesellschaftlichen sowie juristischen Auseinandersetzungen gefundene Kompromiss zu den §§ 218 und 219 StGB beinhaltet aus Sicht des SkF wichtige Elemente zum Schutz des ungeborenen Lebens, die es zu bewahren gilt. Das Werbeverbot im § 219a StGB ist wichtiger Bestandteil dieses Gesamtkonzeptes.

Der SkF ist der Auffassung, dass der § 219a StGB nicht aufgegeben werden kann, ohne die Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts zum Lebensschutz zu unterlau- fen und die Gesamtstatik der gesetzlichen Lösung zu gefährden. In der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Diskussion um den § 219a hätte der SkF eine unter- gesetzliche Lösung bevorzugt.

Der SkF ist erleichtert, dass die Fraktionen von CDU/ CSU und SPD mit dem vorliegenden Gesetzesentwurf einen Kompromiss gefunden haben, mit dem unter Beibehaltung des Werbeverbotes vorhandene Informationslücken geschlossen werden können und mehr Rechtssicherheit für Ärzte, Ärztinnen und Kliniken erreicht wird. Es ist positiv zu bewerten, dass mit dem Gesetzentwurf möglichst wenig in die bestehenden Gesetze eingegriffen werden soll.

Aus der Beratungspraxis der Schwangerschaftsberatungsstellen in Trägerschaft des SkF wissen wir, dass Frauen in einer Not- und Konfliktsituation umfassende, qualitätsgesicherte, schnellverfügbare Informationen benötigen, um eine informierte Entscheidung treffen zu können. Hierzu gehören auch Informationen darüber, welche Ärzte, Ärztinnen, Kliniken Schwangerschaftsabbrüche durchführen.

Den Vorschlag, das Führen und Aktualisieren von Adresslisten von Ärzten, Ärztinnen, Kliniken, die Schwangerschaftsabbrüche nach § 218a Absatz 1 bis 3 StGB durchführen, an eine neutrale staatliche Stelle wie die Bundesärztekammer zu bin- den, bewertet der SkF als richtig. Damit kommt der Staat seiner Pflicht und Verantwortung nach, das Schutzkonzept für das ungeborene Leben zu bewahren und gleichzeitig Frauen in Not- und Konfliktsituationen die angemessenen Informationen für einen straffreien Schwangerschaftsabbruch zur Verfügung zu stellen. Da das Internet als Informationsquelle eine wichtige Rolle eingenommen hat, hält der SkF es für sinnvoll, dass diejenigen Stellen, die Schwangerschaftsabbrüche unter den Voraussetzungen des § 218 a Absatz 1 bis 3 StGB durchführen, diese Information seriös im Netz benennen dürfen.

Es ist aus Sicht des SkF folgerichtig, dass vertiefende, weitergehende Informationen im Internet nur über die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammen mit den von der Bundesärztekammer erstellten Listen veröffentlicht werden. Eben- falls folgerichtig ist es, dass das Hilfetelefon, das niedrigschwellig rund um die Uhr für Menschen in Not- und Konfliktsituationen erreichbar ist, in den Gesetzentwurf aufgenommen wurde.

Die Ziele des § 219a, das Rechtsgut des ungeborenen Lebens zu schützen und zu verhindern, dass ein Schwangerschaftsabbruch in der Öffentlichkeit verharmlost dar- gestellt und kommerzialisiert wird, sieht der SkF durch den Gesetzentwurf gestützt. Wir betonen ausdrücklich, dass diese Ziele weiterhin unmissverständlich bestehen bleiben müssen.

Dortmund, 14.02.2019

Sozialdienst katholischer Frauen
Gesamtverein e. V.
Bundesvorstand
Agnes-Neuhaus-Str. 5
44135 Dortmund
0231 557026-23

Stellenausschreibung für eine Sozialpädagogin für Johanna Wohngruppenbereich unbefristet für 28 bis 30 Std./Woche

Der JOHANNA-Wohngruppenbereich
Bei der Johanniskirche 17
22767 Hamburg
sucht für die stationäre Betreuung

eine Sozialpädagogin oder vergleichbare Qualifikation
zu sofort oder später
unbefristet für 28 bis 30 Std./Woche

für die Arbeitsbereiche der Bezugsbetreuung, sowie der Durchführung und Anleitung von Gruppen- und tagesstrukturierenden Angeboten.

Der JOHANNA-Wohngruppenbereich ist eine sozialtherapeutische Übergangseinrichtung für 24 junge Frauen zwischen 16-27 Jahren mit einer psychischen Erkrankung. Die Frauen leben in unterschiedlichen Wohngruppen und Einzelappartements gemeinsam unter einem Dach. Die Betreuung der Frauen erfolgt durch ein multiprofessionelles Team inkl. hauswirtschaftlichem Bereich und Nachtbereitschaften.

Wir wünschen uns:

  • Abgeschlossenes Studium der Sozialpädagogik oder vergleichbare Qualifikation
  • Erfahrungen in der Arbeit mit psychisch erkrankten und belasteten Menschen
  • Empathie und Teamfähigkeit
  • Eigenverantwortlicher, selbständiger Arbeitsstil
  • 1-2 Spätdienste pro Woche und ca. alle 9 Wochen ein Wochenende
  • Souveränes Auftreten im Kontakt mit Behörden und Kostenträgern
  • Sicherer Umgang mit Office

Wir bieten Ihnen:

  • Arbeit in einem motivierten und engagierten Team
  • Einen vielseitigen, interessanten Arbeitsplatz mit vielen Gestaltungsmöglichkeiten
  • Supervision und kollegiale Beratung
  • Vergütung nach AVR-Caritas
  • Zusätzliche Altersversorgung (KZVK)
  • Kirchenzugehörigkeit ist wünschenswert

Ihre schriftliche Bewerbung richten Sie bitte per E-Mail an This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Fragen beantwortet Ihnen Astrid Krenz
gern unter Telefon Nr.: 040 41 43 58 60

Wir freuen uns auf Ihre Bewerbung! www.skf-altona.de

08.11.2018 - SkF ist entsetzt über das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs

Pressemitteilung

Dortmund, 08.11.2018

SkF ist entsetzt über das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs

Anlässlich der heutigen Bundesvorstandssitzung erklärt die Bundesvorsitzende des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF), Dr. Anke Klaus:

Seit einigen Wochen liegen die Ergebnisse der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ vor. In vielen Gesprächen mit ehrenamtlich und beruflich Engagierten im SkF ist spürbar, dass wir alle entsetzt sind; entsetzt über das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs und wütend über den bisherigen Umgang mit Opfern und Tätern. Zornig macht uns vor allem, dass dem offenkundig erhebliche strukturelle Mängel zu Grunde liegen. Der SkF sieht ein systematisches Verdrängen, Verschweigen, Verleugnen und Ignorieren der verantwortlichen Amtsträger der katholischen Kirche.

Für uns als ehrenamtliche und berufliche Mitarbeitende ist diese Situation ausgesprochen schwierig. Das Zutrauen in die katholische Kirche ist erschüttert und unsere Loyalität der Kirche gegenüber wird auf eine empfindliche Probe gestellt.

Wir erwarten eine wirklich konsequente Aufarbeitung mit externer Kontrolle und Weitergabe aller relevanten Fakten an die Staatsanwaltschaften. Es muss unmissverständlich klar sein, dass Rechtsbrüche konsequent geahndet werden. Innerhalb der Kirche muss es eine Atmosphäre geben, die Konflikte und Kritik zulässt und sie als konstruktiv förderlich anerkennt.

Da offenkundig gerade die Machtstrukturen innerhalb der katholischen Kirche den Missbrauch begünstigen, erwarten wir hier spürbare und erkennbare Veränderungen. Strukturen, die Missbrauch bedingen, müssen überwunden werden. Die Stärkung eines selbstbewussten Umgangs mit Sexualität und die Förderung von Grenzziehung gegenüber übergriffigem Verhalten ist darüber hinaus dringend notwendig. Dafür setzt sich der SkF als Frauenwohlfahrtsverband seit langem beispielsweise mit Angeboten der Gewaltprävention und der Sexualpädagogik entschieden ein.

Der SkF unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 40 Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind- Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.

Nadine Mersch, Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.
Agnes-Neuhaus-Str. 5, 44135 Dortmund
Tel. 0231 557026-25, Fax 0231 557026-60, E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

17.10.2018 - Armut ist keine Straftat!

Pressemitteilung

Osnabrück/Dortmund/Düsseldorf 17.10.2018

Armut ist keine Straftat!
Internationaler Tag gegen Armut und Ausgrenzung in Osnabrück

Unter dem Motto „Menschen mit Armutserfahrungen organisieren sich“ hat in Osnabrück in Kooperation von SKM Bundesverband und SkF Gesamtverein die zentrale Veranstaltung zum Internationalen Tag gegen Armut und Ausgrenzung stattgefunden. In verschiedenen Workshops wurden unter Leitung und Beteiligung von Menschen mit Armutserfahrungen die Themen „Partizipation“, „Armut ist weiblich“ und “Umgang mit dem Job-Center“ diskutiert.
„Armut ist keine Straftat, auch wenn dieser Eindruck häufig erweckt wird!“, empörte sich Robert Trettin, stellvertretender Sprecher der Nationalen Armutskonferenz. Er ist davon überzeugt, dass sich nichts ändert, „wenn wir nicht selbst auf die Straße gehen“. Als Experten in eigener Sache müssten Menschen mit Armutserfahrungen auf Augenhöhe beteiligt werden. „Menschen, die eigene Erfahrungen mit Armut gemacht haben, müssen auch in zentrale Entscheidungen in Politik und Gesellschaft eingebunden sein.“

„Der soziale Wohnungsbau, insbesondere für Frauen mit Kindern, muss deutlich angekurbelt werden. Es müssen mehr Plätze in Frauenhäusern geschaffen und deren Finanzierung verbessert werden“, fasste Karin Wilke die Forderungen der Frauen im Workshop „Armut ist weiblich“ zusammen.“ Außerdem seien kostenlose Weiterbildungen für Frauen zur Nutzung von Medien notwendig. Für Migrantinnen stellen sich die Fragen nach Kultur und Geschichte in Deutschland sowie nach den hier herrschenden Gesetzen und den damit für sie verbundenen Rechten. Gleichfalls forderten die teilnehmenden Frauen Treffpunkte wie beispielsweise Cafés oder Arbeitslosenzentren, in denen sie Erfahrungen austauschen und sich organisieren könnten.

Viele Teilnehmenden benannten ihre negativen Erfahrungen mit Jobcentern. Erhard Beckers, Fachreferent für besondere Lebenslagen und Armutsfragen des SKM Bundesverbands und Brunhilde Ludwig, Referentin für Armutsbekämpfung und -prävention im SkF Gesamtverein benannten als wesentliche Forderungen der Teilnehmenden: „Es müssen Kontrollinstanzen von außen für die Jobcenter eingerichtet werden, die Rechtsdurchsetzung für Arbeitslosengeld II (ALGII)- Empfänger deutlich erleichtert und die Antragsverfahren für den Bezug von ALG II vereinfacht werden. Außerdem müssen Wege zur Stabilisierung der Wohnsituation von Leistungsbeziehenden gefunden werden, die durch steigende Mieten insbesondere in Ballungsräumen gefährdet ist. Nicht zuletzt müssen die Regelsätze, die Mietobergrenzen und die Freibeträge bei der Anrechnung von Einkommen erhöht werden.“

Sich gemeinsam auszutauschen zu konkreten Erfahrungen von Armut in einem solchen Format wurde von Teilnehmenden und Veranstaltern als sinnvoll bewertet.

Der 1912 gegründete SKM Bundesverband unterstützt mit seinen 127 Mitgliedsvereinen Menschen in materieller und psychosozialer Not. Die Hilfe richtet sich insbesondere an gefährdete Jugendliche, wohnungslos und straffällig gewordene Menschen mit ihren Angehörigen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Unterstützung und ggf. rechtlichen Vertretung von Menschen, die ihre Anliegen nicht selbstständig erledigen können. Hilfe leisten ehrenamtliche und berufliche Mitarbeiter durch Beratung und Begleitung.

Kontakt/Redaktion:
Erhard Beckers/ Referent Besondere Lebenslagen und Armutsfragen des SKM Bundesverband
Sternstraße 71-73, 40479 Düsseldorf
Telefon: 0172/6755792
E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Der SkF unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind-Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.

Kontakt/Redaktion:
Brunhilde Ludwig, Fachreferentin für Armutsbekämpfung/Armutsprävention, Integration durch Arbeit / Allgemeine Sozialberatung
Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.
Agnes-Neuhaus-Str. 5, 44135 Dortmund
Tel. 0231 557026-10, Fax 0231 557026-60, E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Armutsrisiko Frausein

Armut hat oft ein weibliches Gesicht

Berlin/ Dortmund/ Freiburg, 1.10.2018. Das Armutsrisiko von Frauen liegt weiterhin deutlich über dem der Männer – darauf machten anlässlich einer gemeinsamen Tagung in Berlin der Deutsche Caritasverband (DCV), der Katholische Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit (IN VIA) und der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) aufmerksam. „Armut hat oft ein weibliches Gesicht“, so das Fazit der Verbände. „Armut beginnt für Frauen sehr häufig dann, wenn familiäre Konstellationen die eigene Berufsbiografie behindern, oder die Entlohnung so niedrig ist, dass sie auch bei Alleinstehenden für eine eigenständige Existenzsicherung nicht ausreicht.

Frauen tragen weiterhin den deutlich höheren Anteil an Sorge- und Pflegeaufgaben. Elternzeiten und die Pflege von Angehörigen führen dazu, dass Frauen gar nicht, nur in Teilzeit oder in Minijobs erwerbstätig sind. Eine eigenständige wirtschaftliche Existenz und eine auskömmliche Rente können sie damit nicht erwirtschaften. Bei Krankheit und Tod des Partners sowie nach Trennungen führt dies für sie oft in finanzielle Not.

„Der berufliche Wiedereinstieg von Frauen ist immer noch durch tradierte Rollenbilder in Betrieben und in Familien erschwert. Es braucht gezielte Unterstützungsmodelle. Dazu gehört für uns, dass vollzeitnahe oder Vollzeiterwerbstätigkeit für Mütter und die Übernahme von Leitungsaufgaben auch in Teilzeit aktiv gefördert werden“, fordert Renate Jachmann-Willmer, Bundesgeschäftsführerin des SkF. Zudem müsse die Bezahlung in den Sorge- und Pflegeberufen, in denen zumeist Frauen tätig sind, deutlich angehoben werden.

Die Armutsgefährdung nach Trennung und Scheidung ist deutlich erhöht. In Familien, in denen die Sorge für die Kinder bei einem Elternteil alleine liegt, reicht – wie in anderen Einverdienerhaushalten – das Einkommen häufig nicht zur Existenzsicherung. Besonders Frauen sind stark betroffen, da die Kinder meist bei ihnen leben. Es ist für sie schwierig, eine existenzsichernde Arbeit zu finden, weil zeitlich flexible Kinderbetreuungsplätze sowie kreative Zeitmodelle bei potenziellen Arbeitgebern fehlen. „Neben einer verlässlichen Kinderbetreuung ist eine angemessene Arbeitsteilung der Sorge- und Erziehungsarbeit zwischen den Eltern eine wichtige Voraussetzung für den Zugang zur Erwerbsarbeit. Fehlanreize bei der Familienbesteuerung und der Familienförderung sowie die sogenannten Minijobs, die das Partnerschaftsmodell der Zuverdienstehe begünstigen, sind zu beheben“, erklärt IN VIA-Generalsekretärin Marion Paar.

„Wir brauchen eine Abschaffung der Steuerklasse V, eine Reform des Ehegüterrechts zur Errungenschaftsgemeinschaft“, unterstreicht Eva M. Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik des DCV. „Zeiten der Kindererziehung und der Sorge für Angehörige sind bei der Rente stärker zu berücksichtigen. Vorschläge zur Einführung eines permanenten Versorgungsausgleichs in der gesetzlichen Rentenversicherung, die seit Jahren diskutiert werden, müssen von der Rentenkommission der Bundesregierung endlich aufgegriffen werden.“

Kontakt:
Elise Bohlen
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
IN VIA Katholischer Verband für Mädchen- und Frauensozialarbeit - Deutschland e.V.
Tel. 0761 200-639
E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Nadine Mersch
Leiterin Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.
Tel. 0231 557026-25
E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

Anja Stoiser
Stellv. Pressesprecherin
Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutscher Caritasverband e.V.
Tel. 030 28444-744
E-Mail: This email address is being protected from spambots. You need JavaScript enabled to view it.

21.06.2018 - Im Mittelpunkt der Reproduktionsmedizin muss das Kindeswohl stehen

Pressemitteilung

21.06.2018

Im Mittelpunkt der Reproduktionsmedizin muss das Kindeswohl stehen

Dortmund/Bergisch Gladbach, 21.06.2018. Schwerpunktthema am letzten Tag der Delegiertenversammlung 2018 des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) in Bergisch Gladbach war das Thema „Reproduktionsmedizin“. Der Frauenfachverband ist u. a. Träger von Schwangerschaftsberatungsstellen und Adoptions- und Pflegekinderdiensten. In diesen, wie in anderen sozialen Diensten, ist der SkF mit Fragen und Sorgen von werdenden Eltern und Paaren mit Kinderwunsch befasst. Gastrednerin war Frau Prof. Dr. Bobbert, Direktorin des Moraltheologischen Instituts der katholischen Fakultät der Universität Münster. In ihrem Vortrag referierte sie zu den aktuellen Fragen der Reproduktionsmedizin und plädierte für eine standardmäßige psycho-soziale Beratung für Paare mit dem Wunsch nach Kindern. Der Forderung von Prof. Bobbert nach einer verantworteten Elternschaft mit Priorität des Kindeswohls schließt sich der SkF voll an. „Gesellschaftliche grundsätzliche Diskussionen zu den Möglichkeiten und Folgen der Reproduktionsmedizin finden kaum statt, während die medizinische Entwicklung rasant verläuft und zu neuen Realitäten führt“, bemängelt SkF Bundesvorsitzende Dr. Anke Klaus. Der Frauenwohlfahrtsverband hält eine Intensivierung der gesellschaftlichen Diskussion für erforderlich und will mit seiner Positionierung, die das Kindeswohl in den Mittelpunkt stellt, zu einem breiten ethischen Diskurs beitragen. Mit einer großen Mehrheit wurde ein Positionspapier „für einen ethischen Diskurs zu den Herausforderungen der Reproduktionsmedizin“ von den 130 Delegierten beschlossen.

Auf der Delegiertenversammlung treffen sich Vertreterinnen und Vertreter der bundesweit rund 140 SkF Ortsvereine, um über aktuelle und zukünftige Herausforderungen in den sozialen Fachdiensten und Einrichtungen zu beraten und Entscheidungen zu treffen.

Der SkF unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind-Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.

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20.06.2018 - Wohnungsnot muss effektiver bekämpft werden

Pressemitteilung

20.06.2018

Wohnungsnot muss effektiver bekämpft werden

Dortmund/Bergisch Gladbach, 20.06.2018. Die Delegiertenversammlung 2018 des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) begann gestern in Bergisch Gladbach. Über 130 Delegierte aus den bundesweit rund 140 Ortsvereinen diskutieren drei Tage über die inhaltliche und organisatorische Ausrichtung des Vereins. Schwerpunkt des ersten Tages war das Thema Wohnungsnot/ Wohnungslosigkeit. „Frauen und ihre Familien trifft drohende Wohnungslosigkeit bzw. das Problem des mangelnden bezahlbaren Wohnraums anders als Männer. Der SkF als Frauenwohlfahrtsverband greift diese Problematik auf und setzt sich für die Verbesserung der Situation ein“, so SkF Bundesvorsitzende Dr. Anke Klaus. In den SkF Ortsvereinen gibt es viele Projekte, die wohnungslosen und wohnungssuchenden Frauen und ihren Familien helfen. Exemplarisch wurden einige Projekte vorgestellt. Ulrich Müller, Geschäftsführer des KSD Katholischer Siedlungsdienst e.V., diskutierte mit den Delegierten, welche Maßnahmen durch kirchliche Organisationen angegangen werden. Staat, Kirche sowie Bau- und Immobilienwirtschaft sollen aus Sicht des SkF offensiv motiviert werden, sich für bezahlbare Wohnräume einzusetzen und sich endlich dieses drängenden Problems anzunehmen: „Die Zahl der Wohnungslosen und derer, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, steigt ständig. Es kann nicht sein, dass in einem Land wie Deutschland gerade für Frauen, ihre Kinder und Familien bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist“, betont SkF Bundesvorsitzende Dr. Anke Klaus, „dieser gesellschaftliche Missstand muss umgehend behoben werden.“

Der SkF unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind-Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.

Nadine Mersch, Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
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14.04.2018 - Woche für das Leben - Klares Nein zum sogenannten Bluttest

Pressemitteilung

14.04.2018

Woche für das Leben
Klares Nein zum sogenannten Bluttest

Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), die Caritas Behindertenhilfe und Psychiatrie e.V. (CBP) und der Deutsche Caritasverband (DCV) kritisieren anlässlich der diesjährigen Woche für das Leben die geplante Ausweitung der kassenärztlichen Leistungen in der Schwangerschaftsvorsorge auf den sogenannten Bluttest.

Berlin/Dortmund, 14.04.2018. Die Schwangerschaftsvorsorge hat sich rasant weiter entwickelt. Immer mehr Risiken für Mutter und Kind können frühzeitig entdeckt und vermieden werden. Diese grundsätzlich gute Entwicklung zeigt gleichzeitig auch negative Auswirkungen. So führt die Möglichkeit, geschädigte Chromosomen zu identifizieren, heute bereits in vielen Fällen dazu, dass bei einem Hinweis auf ein Down-Syndrom-Risiko des Kindes die Schwangerschaft abgebrochen wird.

Der Wunsch von Eltern nach einem gesunden Kind ist verständlich. Dieser Wunsch kann jedoch nicht der alleinige Bewertungsmaßstab der Entscheidung für oder gegen die Fortführung einer Schwangerschaft sein. In kritischen Situationen gilt es, betroffene Frauen und Männer zu begleiten, zu beraten und über das Leben mit einem Kind mit Down-Syndrom zu informieren. Eine lebensbejahende Gesellschaft zeigt sich gerade im Umgang mit den individuellen Fähigkeiten, Unzulänglichkeiten und Einschränkungen ihrer Mitglieder.

Die Aufnahme des Bluttests in die kassenärztlichen Leistungen ist jedoch als Hinweis darauf zu verstehen, dass Menschen mit Behinderungen in unserer Gesellschaft zunehmend nicht mehr erwünscht sind. Die Erfahrungen der katholischen Schwangerschaftsberatung zeigen deutlich, dass der Druck auf Eltern wächst, nach Möglichkeit Erkrankungen oder Auffälligkeiten des ungeborenen Kindes frühzeitig aufzudecken und gegebenenfalls dafür zu sorgen, dass dieses Kind nicht geboren wird.

„Wenn sich der Wert eines Menschen danach bemisst, ob er nach gängigen Vorstellungen gesund ist, dann führt dies dazu, Menschen in lebenswert und nicht lebenswert einzuteilen. Diese Entwicklung gilt es zu verhindern“, betont Caritas-Präsident Peter Neher. Denn sonst wächst die Gefahr, dass das, was für den ungeborenen Menschen gilt, auch schnell zum Maßstab für jeden Menschen werden kann.

„Wir wollen in einer Welt leben, in der der Grundkonsens weiter besteht, dass jedes Leben mit der gleichen Würde ausgestattet ist“, macht Anke Klaus, Bundesvorsitzende des SkF, deutlich. „Behinderung droht als Lebensäußerung unter Generalverdacht gestellt zu werden. Das gilt es zu verhindern“, so Johannes Magin, CBP Vorsitzender.

CBP, DCV und SkF setzen sich entschieden für das Recht jedes Menschen auf Leben ein, unabhängig von seinen Fähigkeiten oder Einschränkungen. Die Verbände lehnen die Ausweitung der kassenärztlichen Regeluntersuchung auf den sogenannten Bluttest ab.

Mit Fragen rund um das Thema Schwangerschaft und Pränataldiagnostik beschäftigt sich in diesem Jahr die von evangelischer und katholischer Kirche gemeinsam getragene Woche für das Leben unter der Überschrift „Kinderwunsch - Wunschkind – Unser Kind". Zahlreiche Schwangerschaftsberatungsstellen in Trägerschaft von Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) sowie Einrichtungen des CBP bieten in der Woche für das Leben Veranstaltungen an.

Mit der von der Deutschen Bischofskonferenz und dem Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland gemeinsam getragenen Aktion Woche für das Leben leisten die Kirchen seit mehr als 20 Jahren einen wichtigen Beitrag zur Bewusstseinsbildung für den Wert und die Würde des menschlichen Lebens. Nähere Informationen und Materialien zur diesjährigen Aktionswoche vom 14.4.-21.4.2018 erhalten Sie unter: www.woche-fuer-das-leben.de

14.03.2018 - Neue Bundesregierung muss Frauenrechte stärken

Pressemitteilung

14.03.2018

Neue Bundesregierung muss Frauenrechte stärken

Dortmund, 14.03.2018. „Gleichstellung von Frauen und Männern ist eine Frage der Gerechtigkeit. Sie ist Voraussetzung und Motor für nachhaltige Entwicklung und die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft, national und international“, so steht es im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und der SPD, der Grundlage der Regierungsarbeit ist. Gestern wurde Angela Merkel als Bundeskanzlerin wiedergewählt und die Mitglieder der Bundesregierung vereidigt. Der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) gratuliert Angela Merkel zu ihrer Wiederwahl und fordert sie auf, gemeinsam mit der Bundesregierung weiter für die Gleichstellung der Geschlechter einzutreten.

Obwohl mit Angela Merkel seit fast 13 Jahren eine Frau Deutschland regiert, ist die Gleichstellung von Frauen und Männern immer noch nicht verwirklicht. Noch immer erhalten Frauen für die gleiche Arbeit weniger Lohn als Männer. Dies und die Tatsache, dass Frauen oft in schlechtbezahlten sozialen Berufen arbeiten und für Sorge- und Pflegearbeit ihre Berufstätigkeit häufiger als Männer unterbrechen, sorgt dafür, dass Frauen für ihre Alterssicherung weniger ansparen können und im Alter häufiger als Männer von Armut bedroht sind.

Die herrschenden strukturellen Bedingungen in Deutschland erschweren Frauen, ihre beruflichen Perspektiven zu realisieren. Frauen und Männer sehen oft nicht die Möglichkeit, die Zeit für den Beruf so aufzuteilen, wie es ihren Vorstellungen eines partnerschaftlichen Miteinanders in der Familie entspricht. Daher fordert die Bundesvorsitzende des SkF, Dr. Anke Klaus: „Die Erwerbs- und Sorgearbeit muss weiter neu gestaltet werden, um Frauen und Männern gleiche Chancen zur Verwirklichung ihrer Lebensvorstellungen zu bieten.“

Der SkF unterstützt mit rund 10.000 Mitgliedern und 9.000 Ehrenamtlichen sowie 6.500 beruflichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in bundesweit 143 Ortsvereinen Frauen, Kinder, Jugendliche und Familien, die in ihrer aktuellen Lebenssituation auf Beratung oder Hilfe angewiesen sind. Sein Angebot umfasst u. a. 120 Schwangerschaftsberatungsstellen, 91 Betreuungsvereine, 38 Frauenhäuser, 36 Kindertageseinrichtungen, 34 Mutter-Kind-Einrichtungen, 31 Dienste der Kindertagespflege sowie 22 Adoptions- und 35 Pflegekinderdienste. Der SkF ist Mitglied im Deutschen Caritasverband.

Nadine Mersch, Stabsstelle Sozialpolitik und Öffentlichkeitsarbeit
Sozialdienst katholischer Frauen Gesamtverein e.V.
Agnes-Neuhaus-Str. 5, 44135 Dortmund

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